Burgenland Weinreise 2016, 16. Juni: Beim Triebaumer

Rust (immer noch)

So schnell geht´s und der letzte Tag der Weinreise ist da. Am 16. Juni haben seltsamerweise viele Leute, die wir kennen, Geburtstag. Wir erledigten also erstmal unsere Korrespondenz.

Das Frühstück beim Schandl war irgendwie anders. Wir sind die typische Buffet-Generation und staunten nicht schlecht, als uns alles an den Tisch serviert wurde: Semmeln, Brot, Croissants, Marmelade, Käse, Schinken, Gemüse und Obst und die beste Eierspeise, die ich je gegessen hab.

An diesem Tag war ausnahmsweise einmal Programm geplant:

Eine Schifffahrt am Neusiedlersee.

Um 10:30 fanden wir uns bei richtig starkem Wind an der Ablegestelle ein. Mindestens 1o Personen brauchte es, sonst würde der Ausflug nicht stattfinden. Wir waren 25, also kein Problem.

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Während wir warteten mischte sich ein Storch unter die Gänse, vermutlich ein Single, dem langweilig war und der die Nachbarn ein wenig aufmischen wollte.

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Die Fahrt ging bis nach Mörbisch und wieder retour. Wir wurden von Möwen verfolgt, es war wahnsinnig windig, es war entspannend.

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Nach dem Anlegen suchten wir ein Lokal zum Mittagessen, wir entschieden uns für das alte Stadttor. Das Essen war richtig gut: Krautsuppe, gefüllte Paprika und Grammelknödel. Da geht nichts drüber! Und es gab noch so vieles auf der Karte das förmlich schrie: „Probier mich auch!“ Sollten wir zum Abendessen nochmals hierher? Wir wollten unbedingt den Schandl Buschenschank auch noch ausprobieren. Eine schwere Entscheidung.

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Um 15:00 waren wir bei Triebaumers angemeldet. Überpünktlich standen wir kurz alleine im Innenhof. Es gab Bienenstöcke, überall blühte es und wir entdeckten den riesigsten Rosmarinstrauch, den wir je gesehen haben. Wer hätte geahnt, dass diese kleinen Zweigerln, die man zum Kochen verwendet, solch riesige Ausmaße annehmen können.

Frau Triebaumer bat uns in den Keller. Es war die erste Verkostung, die etwas kostete (lustige Wortkombi). Also wenn man im Anschluss Weine kaufte, dann natürlich nicht, sonst 15€.  bezahlen. Wir wollten keinen Wein mit uns herumschleppen, also bezahlten wir (machte uns auch nichts, in einen so biologischen und nachhaltigen Betrieb investieren wir gerne!)

Was wir für unsere 30€ lernten:

  • In Rust baut man keinen Zweigelt an. („der passt nicht dorthin“)
  • Der Triebaumer setzt voll auf Bio, es grasen Schafe zwischen den Rebstöcken, das Gras steht hoch, minimalster Chemieeinsatz, keine Herbizide, kein Kunstdünger.
  • Orange Wein ist gar nicht so schlecht, vielleicht werden wir doch noch Freunde.

Verkostungsliste:

Ich startete mit Weiß, Günter passte und wartete auf Rot.

  • Sauvignon Blanc Vogelsang 2015
  • Chardonnay Pandkräftn 2013 (Fass)

Dann kamen die Spezialität: Schwefelfrei, unfiltriert, Maischegärung, keine Sulfite

  • Grüner Veltliner Urwerk 2014 (hier standen wir noch auf Kriegsfuß)

dann ROT

  • Blaufränkisch Gmärk 2014
  • Blaufränkisch Oberer Wald 2013
  • Syrah Himmelberg 2013
  • Blauburgunder Rusterberg 2013
  • Blaufränkisch Mariental 2013

 

Dann die rote Spezialität: Schwefelfrei, unfiltriert, keine Sulfite

  • Blaufränkisch Urwerk 2013

Wir hätten noch weiter verkosten dürfen, doch ich wollte ihn noch einmal versuchen. Es musste doch etwas dran sein, wenn die Somms der Welt gerade so auf orange abfahren. Also noch einmal:

  • Grüner Veltliner Urwerk 2014 (immer noch schwefelfrei, unfiltriert, Maischegärung, keine Sulfite)

und siehe da: Er begann zu schmecken. Es war wie bei Oliven, Käse und Sushi. Das war keine Liebe auf die erste Begegnung. Man musste geduldig an die Sache herangehen. Und es lohnte sich. Wenn man diese erste Verwirrung wegblendet, das Gehirn weiß, jetzt kommt nicht der Geschmack, den Weißwein normal hat, sondern etwas anderes, und sich darauf einlässt, dann funktioniert das.

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Mit dieser erstaunlichen neuen Erfahrung verließen wir das Weingut Triebaumer, die süße Tochter verabschiedete sich und winkte uns nach. Was werden wohl die neuen Trends sein, wenn sie einmal (falls sie es tut) ins Weingut einsteigt? Wir werden dran bleiben!

Elfenhof

Für das Abendessen war es noch zu früh, wir mussten uns die Zeit vertreiben. Also machten wir einen Abstecher zur Vinothek Elfenhof auf einen 5er Fly. Wir wollten sie alle zum Abschluss noch einmal nebeneinander haben:

Verkostungsliste:

  • St.Laurent 2014
  • Zweigelt 2013
  • Pinot Noir 2011
  • Blaufränkisch 2011
  • Blaufränkisch Reserve 2011 (klarer Favorit)

Sie waren alle sehr gut, und es war ein gelungener Abschluss, doch gegen den Urwerk und den Marienthal hatten sie leider keine Chance.

Das letzte Abendessen

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Wir entschieden uns gegen das Alte Stadtor und für den Buschenschank Schandl. Und das war gut so, denn dort gab es auch so viel Gutes. Wir entschieden uns für:

  • Geräucherten Aal mit Furmint
  • Krautfleisch mit Pinot Noir
  • Mohnnudeln mit viel stillem Wasser.

Mit vollen Bäuchen kehrten wir zurück ins Hotel und wir schliefen den Schlaf der Seligen. Was für ein kulinarischer Urlaub. Das verlangte unbedingt nach einer Fortsetzung.

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