Die „Iaxenbruat“ muss weg oder: „Wer die Wahrheit im Wein sucht, darf nicht nach einem Achterl aufgeben.“

14.7.2017, Deutschkreutz, immer noch . Der zweite Tag am Rotweinfestival. Sowas von lehrreich. Viele hier waren ja überrascht, dass wir alle 4 Tage bleiben wollten. Wir dachten: Geht das auch kürzer?

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Frühstücken, den ersten Tag im Blog festhalten und dann ab in den Bummelzug zur

Weinbauerntour.

Der Zug hielt direkt vor unserem Hotel und wir warteten keine 5 Minuten. Schon wieder super. Wir wollten einmal die ganze Tour fahren und uns einen Überblick verschaffen. Das Wetter war angenehm, nicht zu heiß, leicht windig, etwas bewölkt. Eigentlich unerwartet kühl fürs Burgenland im Juli. Die Bandscheiben wurden mächtig strapaziert.

Der ca. 20 minütige Halt am Bahnhof war uns doch zu lang, wir stiegen aus und bewältigten den Rest zu Fuß. Wir besorgten ein wenig Verpflegung und vor allem Wasser im Supermarkt. Danach spazierten wir zurück zum

Kovacs.

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Ein kleiner feiner Betrieb mit ca 7 ha. Die Spezialität des Hauses ist das fünfte Element, ein Wein, der nach einem speziell für den Betrieb angefertigten Gemälde, benannt wurde. Nach zwei Kostproben (Blaufränkisch DAC Reserve 2014, Syrah Exclusive) führte uns der Junior Chef Michael durch „seinen“ Keller. Er hat viel verändert, und man sieht das Leuchten in seinen Augen, wenn er davon erzählt. Wir durften den Pinot und den Blaufränkischen direkt aus den Fässern kosten und erhielten lehrreiche Infos über die Kellerarbeit.

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Die Verkostung der älteren Raritäten in der frisch renovierten Vinothek (fünftes Element 2011 und 2000, Syrah 2001 und Destiny 2008) war etwa ganz Besonderes. Überhaupt ist er in der Wahl seiner Labels sehr kreativ: Different für die Spezialitäten, Destiny für den besten Blaufränkischen, Sweet Lips und Feuer um nur einige zu nennen.

Nach diesem Abstecher in die Eingeweide des Weingutes ging es wieder nach oben. Noch schnell am Gewinnspiel teilgenommen, 3 Proben (Fünftes Element 2015, Destiny 2008 Fassprobe und Sweet Lips) und ein wenig würziges Gebäck und es hieß schon wieder Abschied nehmen. Danke für diese schöne Erfahrung, Michael Kovacs!

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Der Ernst zieht gerade um.

Deshalb waren Kellerführungen grad nicht möglich. Umso herzlicher war aber der Empfang. Beim Ernst wird Wein im Verhältnis 10% Weiß, 90% Rot mit Schwerpunkt auf dem Blaufränkischen angebaut.

Während ich den Veltliner und den maischevergorenen Welschriesling probierte, verglich Gü schon wieder die Blaufränkischen. Sogar diejenigen ohne Alkohol – also reinen Traubensaft aus Blaufränkischem. Die total nette Verlobte des Chefs dekorierte das Glas noch mit einem frischen Blatt Minze. Sehr erfrischend.Besonders in Erinnerung wird uns der Goldberg bleiben. Vor allem der Vergleich der beiden Gesteinsproben Hochberg versus Goldberg war sehr eindrucksvoll.

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Die Weinriedenfahrt, eine burgenländische Safari.

Um 16:00 war die letzte Möglichkeit für die Riedenfahrt. Ein grüner Bummelzug holte uns ab.

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Die Rundfahrt ging weit in die Weinberge hinein, gespickt mit geschichtlichen und önologischen Informationen. Mitten in den Weinbergen machten wir Halt und es gab eine kleine Weinverkostung. Der Kellermeister vom Weingut Igler gab charmant und witzig geballtes Wissen von sich.

Wie viel Laub lässt man stehen? Wie hoch lässt man die Triebe wachsen? Und wie viele Trauben trägt ein Ast? Diese und andere Fragen beantwortete er gerne und so ausführlich es in der 20 minütigen Rast möglich war. In diesem Fall wurde eine Traube je drittem Auge toleriert. Und dann kam der Satz: „De Iaxenbruat muaß weg“. Bedeutet so viel, dass man in Traubenhöhe die Geiztriebe wegbricht aber das Laub teilweise stehen lässt. Luft und Spritzmittel sollen an die Trauben rankommen können, sie sollen aber keinen Sonnenbrand bekommen. Eine dichte Laubwand darüber ist wichtig, damit die Photosynthese gut funktionieren kann.

Man sah weit bis zum Neusiedlersee nach vorne, aber es hieß schon wieder aufbrechen, es war ja nur 1 Stunde für die Rundfahrt vorgesehen. Die Weisheit unseres Fahrers zum Abschluss:

„Wer die Wahrheit im Wein sucht, darf nicht nach einem Achterl aufgeben.“

Güberg

Deshalb machten wir auf dem Heimweg machten wir noch einen Abstecher zu

Sylvia Heinrich.Hein2

 

Es war das coolste Weingut bisher, gute moderne Musik, modernes Ambiente – alles sehr schick. Leider war auch sehr viel los und nur mit Mühe erstanden wir 2 Gläser Blaufränkisch Goldberg. Wir entdeckten auch das tolle Buffet und stärkten uns mit Speckbrot und Erdäpfelkas.

Der Tag endete nach einem Cafe Latte am Hauptplatz relativ früh, um 22:00. Wir waren glücklich aber sehr müde. Wir freuen uns schon sehr auf Tag 3.

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