Standardisierte Verkostungstechnik

Die Verkostung ist immer wieder herausfordernd. Aber mit guter Guidance wird uns auch das gelingen. Georg Schweitzer hat uns ausgezeichnet unterrichtet, Danke dafür! Aber viel Übung werden wir dennoch brauchen.

Was wir im Weindiploma gelernt haben:

  • In der Weinbeschreibung alles schreiben und alle Worte verwenden, die den Wein beschreiben. Der Wein soll anderen „vermittelt“ werden.
  • Als Tipp haben wir mitbekommen: Immer auf den ersten Eindruck vertrauen.
  • Wir Österreicher sind sehr kritisch – meist ist der Wein besser als wir meinen – lieber aufleveln!
  • Wichtig: Was nicht erkennbar ist, nicht beschreiben! Also wenn kein CO2 da ist, schreibt man nicht: Kein CO2, sondern lässt es weg.
  • Wenn der Wein oxidativ ist, aber sonst OK – schreibt man „sehr offen“.
  • Nicht vergessen den Gaumen zu avignieren – sonst ist man zu empflindlich auf Säure und Tannine. Also Schluck nehmen, spülen, spucken, mit Wasser spülen und dann erst verkosten.
  • Muss man mehrere Weine verkosten, dann eine Reihenfolge nach der Geruchs-Intensität machen, sonst gehen die dezenten Weine unter.

OPTIK:
Der Begriff „blass“ wird nur für Wasser verwendet. Sobald Farbe erkennbar ist -> Mittel. Und vergiss die Schlieren. Die sagen nichts aus. Einfach nur nennen, aber nicht interpretieren.

Der Wein ist …. (klar/trüb)…. von…. (hellem/mittlerem/intensivem)…. (gold/stroh/zitronen/grün/purpur/rubin/ziegel/pink/rosa/orange/zwiebelschalen/gelb) …. (gelb/rot/braun/farben) …. und …. leichter/mittlerer/hoher
Viskosität
GERUCH:

Der Geruch ist (IMMER) sauber … (ausgeprägt/intensiv/dezent) … (fruchtig/krautig/floral/würzig/grasig = Primäraroma)…nach…(reifen/unreifen) … (Primäraroma nennen), sowie (deutlichen/sanften)…Noten vom…(Holzfassausbau, Säureabbau, wie Holz, Rauch, Vanille, Schießpulver, Joghurt, Butter). Der Wein zeigt (ausgeprägt/dezente/erste) Reifenoten nach (Erde, Pilzen, nassen Blättern), riecht (frisch, jung, müde, petrolig) und ist in der Nase (einfach, komplex, fruchtig)

Tipp: Wenn er verhalten riecht, könnt er aus Italien sein!

GESCHMACK:

Der Wein ist (trocken, restsüss, süss) … von (dezenter, mittlerer, unterstützender, aufdringlicher) Säurestruktur, ist …(reich, leicht) an Tanninen und Gerbstoffen, hat einen (wärmenden, kräftigen, dezenten) Alkohol. Der Körper ist …(schlank, kräftig, üppig, opulent)…die Textur ist (cremig, gerbstoffreich) … und von mittlerer Geschmacksintensität. (Alle Aromen Primär, Sekundär und Tertiär nennen!). Am Gaumen ist der Wein (primärfruchtig, nach…) auf der Zunge (gleich intensiv, intensiver) als in der Nase. Der Abgang ist (kurz, lang, wärmend, säurebetont, bitter) und die (Frucht, Säure, Alkohol, Aromen) … wirken (angenehm, unangenehm, wärmend) nach.

  • Tipps: Wenn viel Tannin auf hohen Alkohol trifft – ist es ein kraftvoller Wein!
  • Süß spürt man auf der Zungenspitze.
  • Wenn am Gaumen mehr ist, als in der Nase (am Gaumen ist der Wein wärmer!) dann hat er noch Potenzial und wird mit der Zeit noch besser! Auch wenn er im Glas nach 20 Minuten besser ist, hat er potenzial und ist lagerfähig. Daher wenn möglich immer nachverkosten!
  • Vor dem Kosten den Mund avignieren mit einem anderen Wein – dann empfindet man Säure und Tannin besser und nicht so hart.
  • Zur Mineralität: Will man Mineralität beschreiben, verwendet man Worte wie „salzig“, „Schießpulver“, „cremig“, „kreidig“, „Feuerstein“, „nasse Steine“.
  • Ein Rotwein ist bitter wegen der Tannine, der Weißwein meist – weil er nach Grapefruit schmeckt.
  • Überlege: Ist der Wein fruchtbetont, hohe Säure? Dann schließe auf alte Welt. Immer überlegen: Kalte Gegend? Warme Gegend? Hohe Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht?
  • DAs große Holzfass sollte keinen Geschmack an den Wein abgeben, aber man schmeckt den Säureabbau
  • Glyzerol – macht den Wein mollig, bleibt am Gaumen kleben – denke an Süßsswein

Qualitätsbeurteilung – schreib das für den Konsumenten der den Wein kaufen soll!

Es handelt sich um einen (einfachen/komplexen – warum?) (jungen/gereiften – warum?) Rosewein. Der Wein zeigt intensive Farbe (warum? Wie kams dazu?) geprägt von (Primär/Sekundär/Tertiären) Aromen nach … und (hohem/leichtem) (Alkohol, Säure, Tannin). Der Abgang ist …. Insgesamt lebt der Wein von … und ist ein idealer Begleiter zu ….. Bei Rotwein den Alkoholgehalt besser um mind.. 0,5 Prozent aufrunden.

  • Tipp: Was bleibt vom Wein nach 5 Jahren übrig? Nur Säure und Alkohol oder mehr? Oder hat er dann noch Aromen?
  • Wenn bei TBLAICC überall nur ein bis zwei Punkte sind, sollte der Wein jetzt getrunken werden, hat er überall zwei bis drei Punkte, dann hat er Lagerpotenzial. Auch die Worte mittel, mittel, mittel zeigen, dass man jetzt trinken soll.
  • Denke an TBLAICC: Typizität – Balance – Länge – Alter – Intensität – Konzentration – Komplexität – Intensität.
    • Typizität xxx
    • Balance xx
    • Länge xx
    • Intensität xxx
    • Komplexität xxx
    • Konzentration xx
    • Ageability xx
  • Wenn überall 3 x erl sind, dann ist der Wein sehr gut. Hat er nichte überall ein Hakerl, dann ist er maximal gut und wird auch nicht mehr besser. Wenn überall nur ein bis zwei Punkte sind, sollte der Wein jetzt getrunken werden, hat er überall zwei bis drei Punkte, dann hat er Lagerpotenzial. Auch die Worte mittel, mittel, mittel zeigen, dass man jetzt trinken soll.

Beurteilung Reifepotenzial, Trinkreife

Der Wein kann jetzt getrunken werden, kann aber auch noch (5-10 Jahre, Jahrzente, Dekaden) liegen gelassen werden. (Warum? Was wird dann besser? Stützende Säure, hoher integrierter Alkohol, junge und unreife Tannine brauchen noch Balance) Der Wein sollte jetzt getrunken werden, denn mit der Zeit wird er an Frucht verlieren und die dominante Säure wird das Geschmacksbild prägen.

  • Tipp: Wenn es möglich ist, nach einer halben Stunde noch einmal Nachverkosten. Wie hat sich der Wein entwickelt? Ist er besser geworden, dann hat er noch Entwicklungspotenzial. Ist er zerfallen, dann ist die Trinkreife bereits überschritten (der Wein hätte schon getrunken werden sollen). Ist der Eindruck gleich, dann ist der Wein jetzt trinkreif.
  • Wenn ein Wein keine Sekundär und keine Tertiär Aromen hat, ist er nicht lagerfähig. Nur die Frucht hält ihn nicht.
  • Wenn überall 3 x erl sind, dann ist der Wein sehr gut. Hat er nichte überall ein Hakerl, dann ist er maximal gut und wird auch nicht mehr besser.
  • Wenn Holz im Wein ist, nicht darauf einlassen ob Chips oder Fass. Nur das Holz angeben.
  • TDN heißt die „Sonnencreme“ der Trauben. Je mehr UV die Beeren erhalten, umso mehr TDN entsteht – dieses wirkt sich in reiferen Weinen als die typischen Petrolnoten aus – vor allem beim Riesling.

Bewertung der Herkunftsregion (Educated Guess der Hauptrebsorte mit Begründung)

  • Tipp: Steht das Winemaking im Vordergrund -> ist es eher neue Welt v.a. Kalifornien.
  • Steht die Lage im Vordergrund, ist es eher alte Welt. Sind erdige, pilziger Geschmacksnoten vorrangig dann ist es alte Welt.
  • Bei Ausbau im Barrique immer an die alte Welt denken

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